Sonntag, 30. September 2007

Die englische Mode

Wie ich schon erwähnte, in England kann man wenn man weggeht nie overdressed sein...
Heute dazu mehr:
Neulich saß ich mit zwei Deutschen an der Bushaltestelle und habe einen Trupp englischer Mädels "belauscht". Eine meinte, sie hätte sich diese tollen Schuhe kaufen müssen, da sie einfach nicht daran vorbei gehen konnte. Und dann hat sie diese Schuhe natürlich auch unter den Ohs und Ahs ihrer Begleiterinnen ausgepackt. Schwarze Highheels mit hauchdünnen 15cm- Absätzen! Eine meiner Begleiterinnen konnte ein Kichern nicht unterdrücken. Denn bevor die englischen Mädels an die Bushaltestelle kamen, hatten wir schon eine Diskussion über englische Frauen und deren Schuhe: Hier ist es schon ganz schön kalt. Aber das hindert die Frauen nicht daran, ihre Highheelsandalen zu Ultraminiröcken anzuziehen. Und von Strumpfhosen scheinen die meisten auch nicht viel zu halten. Ich habe schon die Theorie aufgestellt, dass es gar nicht so übel ist, wenn einem die Füße abfrieren, da man dann die Schmerzen die die Schuhe bringen, viel besser ertragen kann...
Strumpfhosen scheinen den Zweck zu haben, den kürzesten Rock zu legalisieren. Denn so lange man eine Strumpfhose darunter trägt, sieht man ja nichts! Eine Bekannte von mir hat aber auch schon von Anderem berichtet. Ihr erster Eindruck von England war sehr prägend. Im Zug saß ihr ein Mädchen im Minirock gegenüber, dass es wohl nicht für nötig hielt, Strumpfhosen oder Unterhosen zu tragen... Ich erspare Euch den Rest.
Ansonsten tragen viele Kleider. Manchen gehen in Kleidern weg, die ich- wenn- nur zu festlichen Anlässen tragen würde und nicht im Club, wo dir jede Minute einer sein Bier darüber leert. Auch diese ganz- kurzes- Kleid- mit- Gürtel- unter- der- Brust- und- schwarze- Leggin- Kombination ist sehr beliebt.
Der Rest der englischen Frau ist natürlich auch bis ins letzte Detail gestylt. Die müssen alle den halben Tag im Bad verbringen, bevor sie Ausgehen.

Das waren vorerst die ersten modischen Eindrücke und ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich davon im Laufe der Zeit noch einiges Berichten werde.

Freitag, 28. September 2007

The University of Nottingham- Ein Marathon bis zum Stundenplan

Hiermit nehme ich alle Anschuldigungen zurück, in denen ich behauptet habe, die Kursanmeldung an der Uni Konstanz wäre nervenaufreibend und unorganisiert...
Lest und staunt, welchen Spießrutenlauf man an der University of Nottingham durchstehen muss...

  1. Man bekommt ein gelbes Formular, in das man alle Kurse (Modulnummer und Name) für das nächste Jahr eintragen soll. Man wird extra darauf hingewiesen, vorsichtig damit umzugehen und nicht darauf herumzuschmieren, da es das einzige ist, was man bekommt.
  2. Dazu gibt es eine Liste mit Terminen, wo man sich die Module, die man ausgewählt hat, von einem Tutor des Fachbereichs abzeichnen lassen muss. (Warteschlangen von 1-2 Stunden vorprogrammiert).
  3. Eine Modulliste steht im Internet. Allerdings kann man dieser nicht entnehmen, wann und wo die Kurse stattfinden. Dafür muss man in einem wahnsinnig komplizierten Stundenplanverzeichnis verzweifelt nach den Zeiten suchen... Nach ca. einer halben Stunde, hat man jedoch raus wie es funktioniert.
  4. Man muss alles schon in das gelbe Formular eintragen, damit der Tutor nur noch seinen Otto daruntersetzten muss. Einer hat mich sogar wieder weggeschickt, da ich keine Module eintragen hatte. Andere waren im Ausgleich dazu jedoch sehr nett und haben meinen "verwirrten Zustand" verstanden.
  5. Wenn man diese Unterschrift hat, ist alles nicht mehr so tragisch. Man muss nur noch eventuelle Tutorien über das Internet buchen!

Ganze zwei Tage Rennerei waren das. Ich musste oft an Asterix und Obelix denken, wie sie in diesem Haus von einem Schalter zum anderen rennen müssen und habe mich den beiden sehr verbunden gefühlt... Aber es hat letztendlich alles geklappt und ich freue mich auf die Vorlesungen!

Donnerstag, 27. September 2007

St. Peter's Court

Nach zwei Tagen war das Orientation Programme zu Ende und wir wurden mit Bussen zu den einzelnen Wohnheimen gefahren. Das war alles ganz schön spannend und die Spannung wurde auch noch dadurch gesteigert, dass wir ewig auf diese "Shuttlebusse" warten mussten.
Letztendlich hat aber alles geklappt und ich bin recht zufrieden mit meinem Zimmer. Es ist größer als erwartet und ich habe mein eigenes kleines Bad- was wirklich Luxus ist. Die Küche teile ich mir mit 5 anderen Mädels. Das einzig seltsame an der Wohnung sind die ganzen Sicherheitsvorkehrungen. Das ganze Areal ist umzäunt und man kann die Eingangstür nur mit einem bestimmten Chip öffnen. Diesen Chip braucht man auch, um in die einzelnen Wohnblöcke zu gelangen. Dann ist da natürlich noch die Wohnungstüre und die eigene Zimmertüre, die man aufsperren muss. Mein Zimmer liegt im Erdgeschoss und das Fenster zeigt zur Straße. Darum habe ich innen ein Gitter, das ich abschließen kann. Auch die Fenster haben Schlösser in den Griffen.... Zusammen macht das also einen Schlüsselbund mit 4 Schlüsseln und einem Chip! Anfangs kam ich mir ein bisschen wie im Gefängnis vor, aber eigentlich habe ich mich rech schnell daran gewöhnt.

Meine Mitbewohnerinnen sind alle nett! Und unsere Wohnung ist multikulturell. Eine ist aus Indien, die Andere aus Zypern, die Dritte aus Holland (wobei man beachten muss, dass ihre Eltern aus der Türkei kommen), die vierte ist in London aufgewachsen- kommt aber ursprünglich aus Mauritius- und die letzte kommt aus Kasachstan.
Es ist Wahnsinn, Wie jung alle noch sind. Ich bin mit meinen 24 Jahren eine alte Schachtel. Zwei von den fünf sind noch 17! Ich finde es ganz schön mutig und hart, dass alle so früh von zu Hause weg müssen.
Wir hatten schon einige nette Abende in der gemeinsamen Küche und ich bin froh, dass alle so unkompliziert und "openminded" sind.

Montag, 24. September 2007

Orientation Programme

Während dem Orientierungsprogramm habe ich in der Rutland Hall gewohnt. Diese lag direkt auf dem Campus der Universität. Samstags sind wir eigentlich nur von einer Informationsveranstaltung zur anderen gerannt, was ich ziemlich anstrengend fand, da wir Freitagabend natürlich noch ausgegangen sind. Ocean hieß der Club und es war sehr interessant zu sehen, wie man so in England feiert. Ich bin mir sicher, davon werde ich noch des öfteren Berichten. Jetzt nur so viel: In englischen Clubs kann man wohl nie overdressed sein...

Arrival

Am 20. September war es also so weit.
Ich bin von Friedrichshafen aus geflogen und konnte von daher wunderbar mit dem Städteschnellbus von Konstanz aus zum Flughafen düsen. Dort ging dann alles sehr schnell und schwuppdiewupps saß ich in der Wartehalle... Bis man jedoch endlich an Bord durfte, hat es sich ewig hingezogen.
Das Fliegen war so toll wie immer. Ich liebe es, wenn man aus dem Fenster schaut und die Landschaft unter einem immer kleiner und kleiner wird. Ich glaube, ich habe sogar Grundremmingen gesehen und habe fest an Euch alle da unten gedacht!
In Stansted war mein Zeitplan sehr knapp, doch es hat alles wunderbar geklappt und so bin ich letztendlich pünktlich um 18 Uhr auf dem Campus angekommen. Gerade rechtzeitig, um Fisch and Chips zu essen...